Seit Samstag, dem 16. April 2016, habe ich gelernt, daß die Ecuadorianer nicht nur ein sehr starkes Volk sind, sondern einen Zusammenhalt haben, der einmalig ist. Wir hatten in Ecuador ein Erdbeben der Stärke 7.8 und bis in die Nachbarländer waren Erschütterungen zu spüren. Die Auswirkungen waren katastrophal: unzählige Tote, besonders in den Küstenregionen. ganze Kleinstädte wurden nahezu komplett zerstört. Von den Verletzten und den Angehörigen, die ihre Famlilienangehörigen verloren haben, ganz zu schweigen.

Starkes Volk

In einem solchen Zustand wäre eine Schockstarre zu verstehen, aber die Menschen mobilisieren sich und helfen, wo sie es auch nur können. Selbst in meinem Viertel (Guayaquil) wurden LKW mit, von der überwiegend armen Bevölkerung gekauften, Wasserflaschen, Konserven mit Lebensmitteln, und allem, was die Menschen benötigen, beladen und zu den schlimmsten Gebieten in der Küstenregion gefahren. Viele sind auch selbst dorthin gefahren und helfen vor Ort. Deshalb sind die Menschen in Ecuador ein sehr starkes Volk

Der Präsident, der Republik Ecuador, Herr Rafael Correa, hat die Mehrwertsteuer um 2% von 12% auf 14% heraufgesetzt. Dies soll ein Jahre gelten und die Mehreinnahmen sollen für die Hilfe in den Katastrophengebieten verwendet werden, was ich persönlich für eine sehr gute Idee halte. Ein Ministerium „Ministerio de buen vida“ wird aufgelöst und die Kosten von 120.000 Dollar wöchentlich, sollen ebenfalls der Katastrophenhilfe zugute kommen. Man sieht, daß der Präsident Herr Correa bemüht ist, so schnell wie möglich alle vorhandenen Ressourcen, im Rahmen seiner Möglichkeiten, zu nutzen. Und die Republik Ecuador ist ja schließlich kein Land, in dem ein Finanzminister mit Milliarden jonglieren kann, daß einem schwindelig wird.

Gerade hörte ich, daß sogar deutsche Ärzte vor Ort sind. Genaues dazu findet ihr ja sowieso in der Weltpresse und ich kopiere keine von anderen verfaßten Artikel in meine Homepage. Viele Nationen helfen spontan vor Ort. Ich hoffe, daß es genauso in den betroffenen Regionen Japans und überall auf der Welt geschieht. Mein Mitgefühl gilt ja allen Menschen in Notlagen…

Übrigens: Bitte glaubt nicht alles, was im Internet zur Zeit über die Geschehnisse nach dem Erdbeben publiziert wird. Es „streunen“ keine Kleinstkinder zwischen Leichen und den Trümmern der Häuser herum. Allein dies ist schon in einem Land, in dem Kinder das höchste Gut sind, nicht möglich. Jedes Kleinkind, welches auch nur eine Minute allein irgendwo herumsteht, wird sofort bemerkt. Es werden leider immer wieder solche Katastrophen für politische Zwecke mißbraucht. Meine Informationen stammen nicht aus dem Internet, sondern sind aus erster Hand. Denn ich lebe und leide zur Zeit mit den Menschen hier in Ecuador.

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