Das Ausrufezeichen und die Hilflosigkeit des Autors

Gespeichert von Ben Delarosa am Mo., 29.10.2012 - 21:38

Wie man einem allseits bekannten Nachschlagewerk der Deutschen Sprache entnehmen kann, "...ist das Ausrufezeichen ein Ton- oder Schlußzeichen. Das Ausrufezeichen dient zur Kennzeichnung besonders eindringlich gemeinter, mit Nachdruck zu betonender Wörter und Sätze."

Beispielsweise: "Nicht stören!", "Betreten verboten!" oder auch in einem, als Frage gemeinten Satz, wie: "Was soll das denn bedeuten!" Möglich ist auch die Hervorhebung innerhalb eines Satzes: "Ben will morgen zehn (!) Meter, aus dem Stand, hochspringen."

Häufig wird das Ausrufezeichen auch in einer Anrede (Brief) genutzt, wie etwa: "Hallo Juliana!" Letzteres halte ich allerdings nicht für eine äußerst höfliche Form der Anrede und ist heute auch nicht mehr üblich. Die Anrede wird in Briefen allgemein mit einem Komma abgeschlossen und in der zweiten Zeile danach beginnt man dann mit einem kleingeschriebenen Wort und vollendet den Satz, oder am besten ohne ein Schlußzeichen und danach (ebenfalls in der zweiten Zeile nach der Anrede) beginnt der Inhalt.

Der häufige Gebrauch von Ausrufezeichen eines Autors signalisiert allenfalls seine Unsicherheit, sich schriftlich auszudrücken, oder sind ein Zeichen dafür, daß dem Autor selten "Gehör" geschenkt wird. Er versucht also mit diesen Ausrufezeichen einen Hilferuf an seine Leserschaft zu senden: "Bitte nehmt mich wahr!", "Lies meinen Text!" oder auch "Hilfe! Ich habe Minderwertigkeitskomplexe!"

Also, bitte etwas sparsamer mit diesem Satzzeichen umgehen, denn beim geschriebenen Wort kommt es auf die Inhalte an und nicht auf die Häufigkeit der gesetzten Ausrufezeichen.

Übrigens:

Eine Aneinanderreihung von Ausrufezeichen am Ende eines Satzes ist nicht nur unhöflich und läßt einen aggressiven Ton durchdringen, sondern deutet auch nicht unbedingt auf einen hohen Grad an Durchsetzungskraft. Sie zeugt einfach von der Hilflosigkeit des Autors, sich überzeugend auszudrücken.